Geschichte der Stadt
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Als die Meurthe sich ihren Weg
nach Norden bahnte, formte sie ein hügeliges Relief,
das Schmuckkästchen von Nancy. Auf einer dieser Höhen,
der Butte Sainte-Geneviève, fand man erste menschliche
Spuren. Die Menschen der Eisenzeit bauten hier Minette ab,
ein geringhaltiges jedoch leicht zugängliches Eisenerz.
Aus der gallisch-römischen Zeit gibt es in Nancy selbst
keine Überreste mehr. Wohl aber aus der Zeit der Völkerwanderungen,
aus der ein großer allemanischer Friedhof hinterlassen
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Die von Tieren und Menschen benutzte Furt über die
Meurthe, die Nähe des wildreichen Waldes 'La Haye',
die Hauptverkehrsachse von Norden nach Süden und die
Salzstraße von Osten nach Westen veranlassten Herzog
Gérard, eine kleine Festung namens Nanciacum zu
errichten. Religiöse Stiftungen, wie Notre-Dame de
Molesme, eine strukturierte herzögliche Verwaltung,
der Ansatz eines herzöglichen Hofes und natürlich
ein Marktplatz sicherten der Stadt, die sich ständig
vergrößerte und ihre Vorstädte miteinverleibte,
einen zügigen Aufschwung. Gleichzeitig vermehrten
sich religiöse Einrichtungen: außerhalb der
Stadt das Kloster des Hl. Johannes von Jerusalem und die
Zisterzienserabtei Clairlieu, innerhalb der Stadtmauern
die Kirche Saint-Epvre. Herzog Thiébaut zog mit
seiner Ungeschicklichkeit den Zorn seines Lehnsherrn, des
Kaisers Friedrich II., auf sich, welcher die Stadt belagerte
und in Schutt und Asche legte.
Die aus ihren Trümmern wiederauferstandene und mit
steinerenen Befestigungsanlagen versehene Stadt Nancy,,
blühte vom 12. - 15. Jahrhundert auf und vergrößerte
sich, bis sie schließlich zur Hauptstadt des Herzogtums
wurde.
1298 verlegten die Herzöge ihre Burg von der vom
Hochwasser der Meurthe geschützten Ebene (heute rue
Lafayette) an den Rand der 'Hauptstraße (Grand-Rue).
Der Einfluss der Kunst aus der Champagne und aus Deutschland
war entscheidend für den Sakral- und Profanbau.
Bis ins 15. Jahrhundert hinein gelang es den Herzögen
zwischen dem Königreich Frankreich und dem Heiligen
Römischen Reich deutscher Nation ihre Unabhängigkeit
auszubalancieren, aber die großen Lehnsherren bekämpften
sich. Indessen entwickelten sich Handwerk und Handel. Die
nahe gelegene Stadt Saint-Nicolas-de-Port behauptete sich
als einer der größten Markt- und Finanzplätze
in Europa, dessen Glanz auch auf die Hauptstadt des Herzogtums
abfärbte. Die alte Vorstadt Saint-Dizier wurde eingegliedert,
1339 baute man die stolze Stiftskirche Saint-Georges, schließlich
das Stadttor Porte de la Craffe in der zweiten Hälfte
des 15. Jahrhunderts. Gleichzeitig vergrößerte
Nancy seine Vororte im Süden.
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Der Streit zwischen den Herzögen von Orléans
und Burgund erschütterte Lothringen, das sich Anfang
des 15. Jahrhunderts mit dem Herzogtum Bar vereinigt und
aus Nancy die unangefochtene Hauptstadt des Herzogtums
gemacht hatte. Die Herzöge von Burgund versuchten
Lothringen zu erobern, bis René II
schließlich Karl den Kühnen im Januar 1477 in
der Schlacht bei Nancy vor den Toren der Stadt besiegte.
So wurde Nancy von einer tragischen Belagerung befreit.
Der Herzog zeigte der Stadt seine Anerkennung, indem er
eine Reihe von Steuerbefreiungen gewährte, die Stadtmauern
wieder aufbaute und den Bau einer Votivkirche (zusammen
mit einem Franziskanerkloster, den Cordeliers) veranlasste.
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Das erste Bauwerk im Stil der Renaissance in Nancy ist
der Herzogspalast, der auf Weisung des Herzogs Antoine
wieder aufgebaut wurde. Unter der Regentschaft Chretienne
de Danemarks setzte sich dieser Baustil mit dem Bau eines
Arsenals und einem Festplatz, der Carrière, durch.
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Die französischen Religionskriege
bedrohten Nancy im 16. Jahrhundert. Deshalb lag es den Herzögen
am Herzen, die Stadt mit modernsten Verteidigungsanlagen
zu versehen. Das galt nicht nur für die Altstadt, die
von den italienischen Architekten Citoni und Galeani mit
Bastionen versehen wurde, sondern auch für die Neustadt,
wo Stabili tätig war. Die beiden nebeneinandergelegenen
Städte besaßen zwei unabhängige Verteidigungssysteme,
was noch einmal die Modernität dieser von Charles III
entworfenen Stadt unterstreicht. Das Bauprogramm der Neustadt
sah Häuser aus Stein vor, ein schachbrettartiges Straßennetz,
ein Abwasserkanalsystem und zahlreiche Trinkwasserquellen.
Der Bau einer Kirche, der späteren Kathedrale und die
Vielfalt religiöser Stiftungen offenbaren, wie sehr
die Herzöge sich für die Gegenreform einsetzten.
Währenddessen vertiefte sich der künstlerische
Austausch zwischen Lothringen und Italien. |
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Ende des 16. Jh.s und Anfang
des 17. Jh.s wurde das Herzogtum von einem erstaunlichen
Gegensatz geprägt: Einerseits tötete die Pest große
Teile der Bevölkerung, während gleichzeitig der
König von Frankreich die Souveränität des
Landes bedrohte, andererseits jedoch erreichte Lothringen
einen schöpferischen Höhepunkt durch die Gegenwart
außergewöhnlicher Künstler (Jacques Callot,
Claude Déruet, Jacques de Bellange, Georges de la
Tour...). |
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Erste Belagerung von Nancy durch
die Franzosen. |
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Mit dem Vertrag von Ryswick
endete offiziell die französische Besatzungszeit. So
konnte Herzog Leopold 1698 in sein Land zurückkehren
und es wieder aufbauen. |
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Die Stadt Nancy wurde von
einer Konstruktionswelle erfasst, was der Stadt zu neuen
Stadtmauern, einer neuen Erzbistumskirche, der Kirche Saint-Sébastien
, einer Oper, einem Palast, der pompös das kleine Louvre
genannt wurde (er wurde allerdings niemals fertiggestellt),verhalf.
Der Baueifer steckte auch die Adligen und das Bürgertum
an, die eine Reihe von Herrschaftshäusern errichten
ließen. |
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Franz-Stephan, der Sohn Herzogs Leopold, heiratete Maria
Theresia von Österreich und tauschte sein Herzogtum
gegen die Toskana ein: Auf diese Weise erhielt der französische
König Lothringen, das er an seinen Schwiegervater
Stanislas Leszczynski auf Lebenszeit vergab. Ähnlich
wie Leopold residiert auch der ehemalige König von
Polen nicht in Nancy. Er bevorzugte Lunéville oder
Commercy. Dafür baute er aber ab 1738 die Kirche Notre-Dame-de-Bonsecours,
aus der er die Grablege seiner Familie machte. Er ließ das
Schloss von Malgrange (am Stadtrand von Nancy) umbauen,
vermehrte religiöse und wohltätige Stiftungen.
Aber vor allem gelang es ihm, die Altstadt mit der Neustadt
zu verbinden, indem er zwischen beide Städte sein
baukünstlerisches Meisterwerk, den Königsplatz,
den heutigen Place Stanislas und den Place de la Carrière,
einfügte. Zu dieser Platzanlage des 18. Jahrhunderts
gehört außerdem der Place d'Alliance.
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Einweihung des Place Stanislas |
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Mit dem Tod von Stanislas wurde
Lothringen eine französische Provinz. |
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Die Universität wurde von Pont-à-Mousson nach
Nancy verlegt
Der Bau einiger neoklassizistischer Bauwerke, wie das Tor
Désilles und die Visitationskapelle (Gymnasium Poincaré)
gaben der Stadt, die sich im Westen und Nord-Westen vergrößerte,
ein Gefühl von Dynamik. Die Leute aus Nancy waren
noch immer voller Abenteuerlust und beteiligten sich am
amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (im darauffolgenden
Jahrhundert beteiligten sie sich an der Befreiung Griechenlands
vom türkischen Joch). Sie stellten der Revolutionsarmee
mehr Freiwillige zur Verfügung als eigentlich vorhergesehen
war..
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Abgesehen von der Affäre von Nancy am 31. August
- Aufstand der Garnison, und Versuch des Leutnants Désilles,
diesen zu beschwichtigen - blieb es während der französischen
Revolution in Nancy ruhig. Unter dem Druck der Patrioten
wurden 24 Kirchen zerstört oder verkauft. Mit ihnen
verschwand ein Teil des künstlerischen bzw. kulturellen
Erbes.
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Die demographische und urbane Entwicklung stagnierte lange
Zeit und kam erst mit dem Bau des Kanals 1838 und der Eisenbahnlinie
1852, was den Handel anregte, wieder in Schwung: Villenviertel
entstanden im Westen der Stadt, Industrie- und Arbeiterviertel
im Osten. Die Industrialisierung von Lothringen, Kohle-,
Eisen- und Salzbergwerke (und damit die Herstellung von
Natron), stärkten das Handwerk, den Handel und die
Kleinindustrie in Nancy.Die lotharingistische Bewegung
regte die geistige Atmosphäre an, und bald vermehrten
sich Universitäten und Eliteschulen. Dem zweiten Kaiserreich
entspricht eine Zeit des Aufschwungs der Stadt Nancy, die
vor allem durch den Neubau von Saint-Epvre geprägt
ist. Die Mannigfaltigkeit der Geldgeber und die große
Zahl der beteiligten Künstler machten aus dieser Kirche
ein europäisches Manifest.
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Die Angliederung von „Elsass-Lothringen“ an
das Deutsche Reich verlieh Nancy die Stellung eines Vorposten,
denn von Lothringen wurde nur der nördliche deutschsprachige
Teil angegliedert. Die Stadt wandelte sich zum militärischen
Stützpunkt und Zufluchtsort für zahlreiche Industrielle,
die sich weigerten, Deutsche zu werden. Eine massive Landflucht
setzte ein und die Stadt musste dringend neue Wohnungen bauen. |
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Die Entstehung der Künstlerbewegung 'Ecole de Nancy'
hängt zum Teil von diesen Faktoren ab.Dieser neue
Kunststil fand seinen Ausdruck in der Architektur an öffentlichen
Gebäuden (Handelskammer), Villen (Villa Majorelle)
und sogar in einer Gartenstadt (Parc Saurupt), sowie im
Kunstgewerbe. Historismus und eklektischer Baustil prägen
Kirchen (Saint-Nicolas, Sacré-Coeur) und öffentliche
Gebäude (Konzertsaal Poirel). Die öffentlichen
Gärten werden neu gestaltet. Die Stadt wird von Eisenbahnlinien
umgeben, der Güterbahnhof entsteht, der Markt wird,
wie der Schlachthof, neu strukturiert und vergrößert,
Schulen, Turnhallen und Krankenhäuser werden den hygienischen
Normen angepasst und Plätze und Denkmäler zu
Ehren großer Persönlichkeiten aus Lothringen
gebaut.Der soziale Wohnungsbau wird mit großzügigen
Spenden unterstützt.
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Gründung der Verbandes
der Kunstindustrie in der Provinz (Ecole de Nancy) |
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Internationale Ausstellung von OstfrankreichHiesige Architekten
entwerfen den idealen Stadtplan der Stadt Nancy, ein neues
Theater wird gebaut.
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Der Erste Weltkrieg bricht aus. Die unbefestigte, leicht
verletzbare Stadt Nancy wird schwer bombardiert. Die nahgelegene
Schlacht um den Grand-Couronné verschiebt das feindliche
Vorfeld. Die Stadt und ihre Bewohner werden für ihr
vorbildliches Verhalten mit nationalen Auszeichnungen belohnt:
man hatte ein Lebensmittelversorgungsnetz organisiert,
von dem nicht nur die Mitbürger und Kriegsflüchtlinge
profitierten, sondern auch umliegende Gemeinden.Zwischen
den beiden Weltkriegen gab es mehrere Stadtbauplanungsprojekte
, die jedoch nie verwirklicht wurden. Die Flächenausdehnung
Nancys verlangsamt sich. Man spürt die Notwendigkeit,
die umliegenden Gemeinden einzubinden.
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Ein neues Wohnungsbauprogramm
soll die Krise auf dem Wohnungsmarkt entschärfen: Sozialwohnungen
und Siedlungen entstehen. Ab 1954 entsteht der Stadtteil
Haut-du-Lièvre, ein Werk des berühmten Architekten
Zerfuss, das 150000 Personen Wohnraum bietet. |
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Geburtsstunde des Stadtbezirks,
der zahlreiche öffentliche Aufgaben, die zuvor von den
Gemeinden verwaltet wurden, übernimmt. 1996 wird daraus
die 'Städtegemeinschaft Groß-Nancy'. Ein Flächennutzungsplan,
ein denkmalgeschützter Stadtbezirk und ein Technopol
gestalten das heutige Stadtbild von Nancy. |
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1983
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Das Architekturensemble des
18. Jh.s wird in die Liste der „Weltkulturerbe der
Menschheit“ aufgenommen. |
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Jahrhundertfeier des Jugendstils „1999
Ecole de Nancy“ |
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2005
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Feierlichkeiten zum 250 jährigen
bestehen des Place Stanislas |
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2007
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(Juni) Nancy wird durch den
TGV Est Européen an das Hochgeschwindigkeits-Schienennetz
angebunden http://www.tgvesteuropeen.com |
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Luxemburg und die Großregion – Europäische
Kulturhauptstadt 2007
2007 wird das Konzept der Europäischen Kulturhauptstadt
um eine neue Dimension bereichert: zum ersten Mal wird
nicht nur eine Stadt, sondern eine ganze Region, die Großregion,
im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Neben Luxemburg setzen
sich die Nachbarregionen Lorraine (F), Rheinland-Pfalz
(D), Saarland (D) und Wallonien (B) über ihre Grenzen
hinweg und entfalten gemeinsam ihre kulturelle Vielfalt
und ihr kreatives Potenzial.
http://www.luxembourg2007.org
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