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Stadtplan - Broschüren zum Herunterladen

Geschichte der Stadt

 

- 800
  Als die Meurthe sich ihren Weg nach Norden bahnte, formte sie ein hügeliges Relief, das Schmuckkästchen von Nancy. Auf einer dieser Höhen, der Butte Sainte-Geneviève, fand man erste menschliche Spuren. Die Menschen der Eisenzeit bauten hier Minette ab, ein geringhaltiges jedoch leicht zugängliches Eisenerz. Aus der gallisch-römischen Zeit gibt es in Nancy selbst keine Überreste mehr. Wohl aber aus der Zeit der Völkerwanderungen, aus der ein großer allemanischer Friedhof hinterlassen wurde.
     
 

vers 1050
 

Die von Tieren und Menschen benutzte Furt über die Meurthe, die Nähe des wildreichen Waldes 'La Haye', die Hauptverkehrsachse von Norden nach Süden und die Salzstraße von Osten nach Westen veranlassten Herzog Gérard, eine kleine Festung namens Nanciacum zu errichten. Religiöse Stiftungen, wie Notre-Dame de Molesme, eine strukturierte herzögliche Verwaltung, der Ansatz eines herzöglichen Hofes und natürlich ein Marktplatz sicherten der Stadt, die sich ständig vergrößerte und ihre Vorstädte miteinverleibte, einen zügigen Aufschwung. Gleichzeitig vermehrten sich religiöse Einrichtungen: außerhalb der Stadt das Kloster des Hl. Johannes von Jerusalem und die Zisterzienserabtei Clairlieu, innerhalb der Stadtmauern die Kirche Saint-Epvre. Herzog Thiébaut zog mit seiner Ungeschicklichkeit den Zorn seines Lehnsherrn, des Kaisers Friedrich II., auf sich, welcher die Stadt belagerte und in Schutt und Asche legte.

Die aus ihren Trümmern wiederauferstandene und mit steinerenen Befestigungsanlagen versehene Stadt Nancy,, blühte vom 12. - 15. Jahrhundert auf und vergrößerte sich, bis sie schließlich zur Hauptstadt des Herzogtums wurde.

1298 verlegten die Herzöge ihre Burg von der vom Hochwasser der Meurthe geschützten Ebene (heute rue Lafayette) an den Rand der 'Hauptstraße (Grand-Rue). Der Einfluss der Kunst aus der Champagne und aus Deutschland war entscheidend für den Sakral- und Profanbau.

Bis ins 15. Jahrhundert hinein gelang es den Herzögen zwischen dem Königreich Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation ihre Unabhängigkeit auszubalancieren, aber die großen Lehnsherren bekämpften sich. Indessen entwickelten sich Handwerk und Handel. Die nahe gelegene Stadt Saint-Nicolas-de-Port behauptete sich als einer der größten Markt- und Finanzplätze in Europa, dessen Glanz auch auf die Hauptstadt des Herzogtums abfärbte. Die alte Vorstadt Saint-Dizier wurde eingegliedert, 1339 baute man die stolze Stiftskirche Saint-Georges, schließlich das Stadttor Porte de la Craffe in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Gleichzeitig vergrößerte Nancy seine Vororte im Süden.

 
1477
 

Der Streit zwischen den Herzögen von Orléans und Burgund erschütterte Lothringen, das sich Anfang des 15. Jahrhunderts mit dem Herzogtum Bar vereinigt und aus Nancy die unangefochtene Hauptstadt des Herzogtums gemacht hatte. Die Herzöge von Burgund versuchten Lothringen zu erobern, bis René II schließlich Karl den Kühnen im Januar 1477 in der Schlacht bei Nancy vor den Toren der Stadt besiegte. So wurde Nancy von einer tragischen Belagerung befreit. Der Herzog zeigte der Stadt seine Anerkennung, indem er eine Reihe von Steuerbefreiungen gewährte, die Stadtmauern wieder aufbaute und den Bau einer Votivkirche (zusammen mit einem Franziskanerkloster, den Cordeliers) veranlasste.

     
 

1501
 

Das erste Bauwerk im Stil der Renaissance in Nancy ist der Herzogspalast, der auf Weisung des Herzogs Antoine wieder aufgebaut wurde. Unter der Regentschaft Chretienne de Danemarks setzte sich dieser Baustil mit dem Bau eines Arsenals und einem Festplatz, der Carrière, durch.

1588
  Die französischen Religionskriege bedrohten Nancy im 16. Jahrhundert. Deshalb lag es den Herzögen am Herzen, die Stadt mit modernsten Verteidigungsanlagen zu versehen. Das galt nicht nur für die Altstadt, die von den italienischen Architekten Citoni und Galeani mit Bastionen versehen wurde, sondern auch für die Neustadt, wo Stabili tätig war. Die beiden nebeneinandergelegenen Städte besaßen zwei unabhängige Verteidigungssysteme, was noch einmal die Modernität dieser von Charles III entworfenen Stadt unterstreicht. Das Bauprogramm der Neustadt sah Häuser aus Stein vor, ein schachbrettartiges Straßennetz, ein Abwasserkanalsystem und zahlreiche Trinkwasserquellen. Der Bau einer Kirche, der späteren Kathedrale und die Vielfalt religiöser Stiftungen offenbaren, wie sehr die Herzöge sich für die Gegenreform einsetzten. Währenddessen vertiefte sich der künstlerische Austausch zwischen Lothringen und Italien.
     
      Ende des 16. Jh.s und Anfang des 17. Jh.s wurde das Herzogtum von einem erstaunlichen Gegensatz geprägt: Einerseits tötete die Pest große Teile der Bevölkerung, während gleichzeitig der König von Frankreich die Souveränität des Landes bedrohte, andererseits jedoch erreichte Lothringen einen schöpferischen Höhepunkt durch die Gegenwart außergewöhnlicher Künstler (Jacques Callot, Claude Déruet, Jacques de Bellange, Georges de la Tour...).
 
1633
  Erste Belagerung von Nancy durch die Franzosen.
 
1697
  Mit dem Vertrag von Ryswick endete offiziell die französische Besatzungszeit. So konnte Herzog Leopold 1698 in sein Land zurückkehren und es wieder aufbauen.
     
      Die Stadt Nancy wurde von einer Konstruktionswelle erfasst, was der Stadt zu neuen Stadtmauern, einer neuen Erzbistumskirche, der Kirche Saint-Sébastien , einer Oper, einem Palast, der pompös das kleine Louvre genannt wurde (er wurde allerdings niemals fertiggestellt),verhalf. Der Baueifer steckte auch die Adligen und das Bürgertum an, die eine Reihe von Herrschaftshäusern errichten ließen.
 
1736
 

Franz-Stephan, der Sohn Herzogs Leopold, heiratete Maria Theresia von Österreich und tauschte sein Herzogtum gegen die Toskana ein: Auf diese Weise erhielt der französische König Lothringen, das er an seinen Schwiegervater Stanislas Leszczynski auf Lebenszeit vergab. Ähnlich wie Leopold residiert auch der ehemalige König von Polen nicht in Nancy. Er bevorzugte Lunéville oder Commercy. Dafür baute er aber ab 1738 die Kirche Notre-Dame-de-Bonsecours, aus der er die Grablege seiner Familie machte. Er ließ das Schloss von Malgrange (am Stadtrand von Nancy) umbauen, vermehrte religiöse und wohltätige Stiftungen. Aber vor allem gelang es ihm, die Altstadt mit der Neustadt zu verbinden, indem er zwischen beide Städte sein baukünstlerisches Meisterwerk, den Königsplatz, den heutigen Place Stanislas und den Place de la Carrière, einfügte. Zu dieser Platzanlage des 18. Jahrhunderts gehört außerdem der Place d'Alliance.

 
1755
  Einweihung des Place Stanislas
 
1766
  Mit dem Tod von Stanislas wurde Lothringen eine französische Provinz.
 
1769
 

Die Universität wurde von Pont-à-Mousson nach Nancy verlegt
Der Bau einiger neoklassizistischer Bauwerke, wie das Tor Désilles und die Visitationskapelle (Gymnasium Poincaré) gaben der Stadt, die sich im Westen und Nord-Westen vergrößerte, ein Gefühl von Dynamik. Die Leute aus Nancy waren noch immer voller Abenteuerlust und beteiligten sich am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (im darauffolgenden Jahrhundert beteiligten sie sich an der Befreiung Griechenlands vom türkischen Joch). Sie stellten der Revolutionsarmee mehr Freiwillige zur Verfügung als eigentlich vorhergesehen war..

 
1790
 

Abgesehen von der Affäre von Nancy am 31. August - Aufstand der Garnison, und Versuch des Leutnants Désilles, diesen zu beschwichtigen - blieb es während der französischen Revolution in Nancy ruhig. Unter dem Druck der Patrioten wurden 24 Kirchen zerstört oder verkauft. Mit ihnen verschwand ein Teil des künstlerischen bzw. kulturellen Erbes.

     
     

Die demographische und urbane Entwicklung stagnierte lange Zeit und kam erst mit dem Bau des Kanals 1838 und der Eisenbahnlinie 1852, was den Handel anregte, wieder in Schwung: Villenviertel entstanden im Westen der Stadt, Industrie- und Arbeiterviertel im Osten. Die Industrialisierung von Lothringen, Kohle-, Eisen- und Salzbergwerke (und damit die Herstellung von Natron), stärkten das Handwerk, den Handel und die Kleinindustrie in Nancy.Die lotharingistische Bewegung regte die geistige Atmosphäre an, und bald vermehrten sich Universitäten und Eliteschulen. Dem zweiten Kaiserreich entspricht eine Zeit des Aufschwungs der Stadt Nancy, die vor allem durch den Neubau von Saint-Epvre geprägt ist. Die Mannigfaltigkeit der Geldgeber und die große Zahl der beteiligten Künstler machten aus dieser Kirche ein europäisches Manifest.

 
1871
  Die Angliederung von „Elsass-Lothringen“ an das Deutsche Reich verlieh Nancy die Stellung eines Vorposten, denn von Lothringen wurde nur der nördliche deutschsprachige Teil angegliedert. Die Stadt wandelte sich zum militärischen Stützpunkt und Zufluchtsort für zahlreiche Industrielle, die sich weigerten, Deutsche zu werden. Eine massive Landflucht setzte ein und die Stadt musste dringend neue Wohnungen bauen.
 
1894
 

Die Entstehung der Künstlerbewegung 'Ecole de Nancy' hängt zum Teil von diesen Faktoren ab.Dieser neue Kunststil fand seinen Ausdruck in der Architektur an öffentlichen Gebäuden (Handelskammer), Villen (Villa Majorelle) und sogar in einer Gartenstadt (Parc Saurupt), sowie im Kunstgewerbe. Historismus und eklektischer Baustil prägen Kirchen (Saint-Nicolas, Sacré-Coeur) und öffentliche Gebäude (Konzertsaal Poirel). Die öffentlichen Gärten werden neu gestaltet. Die Stadt wird von Eisenbahnlinien umgeben, der Güterbahnhof entsteht, der Markt wird, wie der Schlachthof, neu strukturiert und vergrößert, Schulen, Turnhallen und Krankenhäuser werden den hygienischen Normen angepasst und Plätze und Denkmäler zu Ehren großer Persönlichkeiten aus Lothringen gebaut.Der soziale Wohnungsbau wird mit großzügigen Spenden unterstützt.

     
 
1901
  Gründung der Verbandes der Kunstindustrie in der Provinz (Ecole de Nancy)
1909
 

Internationale Ausstellung von OstfrankreichHiesige Architekten entwerfen den idealen Stadtplan der Stadt Nancy, ein neues Theater wird gebaut.

 
1914
 

Der Erste Weltkrieg bricht aus. Die unbefestigte, leicht verletzbare Stadt Nancy wird schwer bombardiert. Die nahgelegene Schlacht um den Grand-Couronné verschiebt das feindliche Vorfeld. Die Stadt und ihre Bewohner werden für ihr vorbildliches Verhalten mit nationalen Auszeichnungen belohnt: man hatte ein Lebensmittelversorgungsnetz organisiert, von dem nicht nur die Mitbürger und Kriegsflüchtlinge profitierten, sondern auch umliegende Gemeinden.Zwischen den beiden Weltkriegen gab es mehrere Stadtbauplanungsprojekte , die jedoch nie verwirklicht wurden. Die Flächenausdehnung Nancys verlangsamt sich. Man spürt die Notwendigkeit, die umliegenden Gemeinden einzubinden.

 
1954
  Ein neues Wohnungsbauprogramm soll die Krise auf dem Wohnungsmarkt entschärfen: Sozialwohnungen und Siedlungen entstehen. Ab 1954 entsteht der Stadtteil Haut-du-Lièvre, ein Werk des berühmten Architekten Zerfuss, das 150000 Personen Wohnraum bietet.
 
1959
  Geburtsstunde des Stadtbezirks, der zahlreiche öffentliche Aufgaben, die zuvor von den Gemeinden verwaltet wurden, übernimmt. 1996 wird daraus die 'Städtegemeinschaft Groß-Nancy'. Ein Flächennutzungsplan, ein denkmalgeschützter Stadtbezirk und ein Technopol gestalten das heutige Stadtbild von Nancy.
 
1983
  Das Architekturensemble des 18. Jh.s wird in die Liste der „Weltkulturerbe der Menschheit“ aufgenommen.
 
1999
  Jahrhundertfeier des Jugendstils „1999 Ecole de Nancy“
     
 
2005
  Feierlichkeiten zum 250 jährigen bestehen des Place Stanislas
 
2007
  (Juni) Nancy wird durch den TGV Est Européen an das Hochgeschwindigkeits-Schienennetz angebunden http://www.tgvesteuropeen.com  
     

Luxemburg und die Großregion – Europäische Kulturhauptstadt 2007
2007 wird das Konzept der Europäischen Kulturhauptstadt um eine neue Dimension bereichert: zum ersten Mal wird nicht nur eine Stadt, sondern eine ganze Region, die Großregion, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Neben Luxemburg  setzen sich die Nachbarregionen Lorraine (F), Rheinland-Pfalz (D), Saarland (D) und Wallonien (B) über ihre Grenzen hinweg und entfalten gemeinsam ihre kulturelle Vielfalt und ihr kreatives Potenzial.
http://www.luxembourg2007.org